Warum sind gute Prompts für Atlassian Rovo entscheidend?
Die Qualität der Ergebnisse von Rovo Chat hängt direkt von der Klarheit Ihrer Eingabe ab. Rovo kann beeindruckend präzise und kontextreiche Antworten liefern, benötigt dafür aber gezielte und vollständige Impulse. Wer klare Anweisungen mit allen relevanten Rahmeninformationen gibt, erhält direkt verwertbare Resultate und nutzt Rovo als produktives Teammitglied.
Rovo Chat ist eine der drei zentralen Säulen von Atlassians neuer KI-Lösung Rovo. Während Rovo Search Wissen aus allen angeschlossenen Systemen bündelt und Rovo Agents Aufgaben automatisiert, ist Rovo Chat der Teil, mit dem Menschen direkt interagieren. Hier entsteht der eigentliche Dialog zwischen Team und KI – und damit auch der entscheidende Hebel für produktivere, effizientere Arbeit.
Doch wie bei jedem Sprachmodell gilt: Die Qualität der Ausgabe hängt maßgeblich von der Qualität der Eingabe ab. Oder etwas plakativer: Garbage in, garbage out. Wer dem System schwammige Anweisungen gibt, bekommt entsprechend vage Antworten zurück. Wer dagegen gezielt arbeitet, erhält Resultate, die sich direkt verwerten lassen.
Welche Prompts machen Rovo leistungsfähiger?
Rovo Chat versteht natürliche Sprache. Sie müssen also keine komplizierten Befehle kennen oder spezielle Syntax verwenden. Die Kunst besteht vielmehr darin, das eigene Anliegen so zu formulieren, wie Sie es einem kompetenten Teammitglied erklären würden: konkret, verständlich und mit allen relevanten Rahmeninformationen.
Schlechter Prompt (generisch)
- Beispiel: “Fasse den Vorfall aus Confluence [Link] zusammen”
- Problem: Fehlender Kontext (Rolle, Zielgruppe, Zweck) und fehlendes Format. Rovo muss raten, was genau erwartet wird.
Optimaler Prompt (kontextualisiert)
- Beispiel: “Du bist IT-Service-Manager. Erstelle eine Post-Incident-Analyse auf Basis der Confluence-Seiten [Link] mit: 1. Ereignisübersicht, 2. Ursachen, 3. Auswirkungen, 4. Maßnahmen. Format: Tabelle.”
- Vorteile: Klare Rollenzuweisung, klare Strukturvorgabe (1–4), klares Format (Tabelle). Führt direkt zu einem verwendbaren Ergebnis.
In diesem Fall versteht Rovo nicht nur das Thema, sondern auch Zielgruppe, Zweck und Tonfall. Auf dieser Grundlage kann die KI ein Ergebnis liefern, das ohne Nachbearbeitung einsetzbar ist.
Im Alltag bewährt sich dabei ein einfacher Leitgedanke: Je klarer der Auftrag, desto besser das Resultat. Das gilt insbesondere für komplexe Aufgaben, beispielsweise bei der Erstellung von Risikoanalysen, bei der Zusammenfassung von Release-Informationen oder beim Ausformulieren von Kundenkommunikation.
Was gehört in einen guten KI-Prompt?
Es gibt einige KI-Nutzungsprinzipien, die sich bei der täglichen Arbeit mit Rovo schnell bewähren:
Klarheit: Formulieren Sie präzise, was Sie erwarten. Ein vages “Bitte aufbereiten” hilft der KI kaum weiter. Sagen Sie stattdessen, was Sie konkret brauchen: eine Kommunikationsvorlage, eine Executive Summary, eine Entscheidungshilfe oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Kontext: Zielgruppe, Zweck, gewünschter Detaillierungsgrad, interne Richtlinien – alles, was für einen Menschen wichtig wäre, ist auch für Rovo wichtig. Da Rovo auf Unternehmenskontext zugreifen kann, kombiniert es Ihre Angaben mit realen Daten aus Jira, Confluence oder Chats.
Struktur: Gerade bei größeren, komplexeren Anliegen hilft es, die Aufgabe in einzelne Schritte zu zerlegen. So vermeiden Sie, dass Rovo sich in Details verliert oder Aspekte übergeht.
Format: Wenn das Ergebnis in einer bestimmten Form benötigt wird, sollte Ihr Prompt das klar benennen: Tabelle, Bulletpoints, Story, LinkedIn-Post, E-Mail-Entwurf oder Management-Zusammenfassung.
Iterationen: Bei einer komplexen Frage ist der erste Prompt selten perfekt. Rovo ist dafür ausgelegt, iterativ zu arbeiten. Kurze Anschlussfragen oder Korrekturen führen häufig zur gewünschten Präzision.
Folge-Prompts: Rovo speichert Kontext innerhalb der laufenden Unterhaltung. Dadurch können Sie Antworten verfeinern, alternative Versionen anfordern oder Informationen nachreichen, ohne jedes Mal bei Null zu beginnen.
Welche typischen Fehler sollten beim Prompting vermieden werden?
Die häufigsten Stolpersteine beim Prompting sind simpel, aber verbreitet. Wer diese Fallstricke vermeidet, profitiert von deutlich besseren Ergebnissen:
- Prompts sind zu allgemein: Rovo muss raten, was genau Sie wollen.
- Es fehlen Informationen zur Zielgruppe oder Verwendung.
- Komplexe Themen werden in einen Satz gepresst.
- Gewünschte Formate werden nicht erwähnt.
- Es besteht die Erwartung, dass die KI beim ersten Versuch schon das perfekte Ergebnis liefert.
In welcher Sprache funktioniert Rovo am besten?
Aktuell ist Rovo primär auf englischsprachige Prompts ausgelegt. Der Umgang mit natürlicher Sprache funktioniert hier am zuverlässigsten, insbesondere bei komplexen Anweisungen und tiefen Wissensabfragen.
Das heißt jedoch nicht, dass Englisch immer Pflicht ist. Bei relativ einfachen Anliegen funktionieren Prompts auch auf Deutsch gut. Atlassian arbeitet kontinuierlich an einer breiteren Sprachunterstützung und rollt diese Schritt für Schritt aus.
Für präzise, anspruchsvolle Aufgaben lohnt es sich, auf Englisch zu formulieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Mittelfristig wird Rovo aber auch bei deutschen Prompts ebenso leistungsfähig sein.
Gute Prompts machen aus Rovo einen echten Teamplayer
Rovo Chat ist weit mehr als ein KI-Chatfenster. Richtig eingesetzt, wird es zu einem produktiven Teammitglied, das Ihnen Fleißarbeit abnimmt, umfangreiches Wissen verständlich zusammenfasst und aus verteilten Daten klare Informationen aggregiert.
Der Schlüssel dazu liegt nicht in technischem Know-how, sondern in guter Kommunikation: klare Ziele, klarer Kontext, klare Struktur. Mit sauberen Prompts entfaltet Rovo seine ganze Stärke und liefert Ergebnisse, von denen Ihr Team jeden Tag profitieren wird.
Sie möchten mehr über Atlassian Rovo erfahren – mit Use-Cases, mit Best-Practices der effektiven Nutzung, mit Praxistipps für die iterative Einführung?